Shades of Kohl

Grünkohl und Rosenkohl sind wohl typische Besipiele, für die oft verschmähten Kreuzblütler-Gewächse. Wer hier wen ausgepeitscht, gefesselt oder in die Knie gezwungen hat, ist nicht ganz klar. Sicher ist jedoch, dass die Beiden es getan haben. Besser gesagt ein paar englische Forscher. Denn die haben sie miteinander gekreuzt und nennen das Ergebnis Kohlröschen bzw. flower-sprouts. Unglaublich? Auf jeden Fall unglaublich lecker!

 

Die Kohlröschen sind wunderbar einfach zuzubereiten, haben ein sehr feines Aroma und eignen sich daher auch als Überzeugungs-Waffe für die Anti-Kohl-Fraktion. Egal ob blanchiert, gedünstet, glasiert oder als Salat: sie geben sich eurem Willen vollkommen hin- womit wir wieder beim Titelthema wären und damit den devoten Part geklärt hätten. Wir sind der Boss am Herd! Das lästige Verputzen, wie beim Kollegen Rosenkohl, kann man sich auch sparen und somit ohne langes Vorspiel direkt mit dem Hauptakt beginnen.  Fantastisch!

 

Klar, dass das Trendgemüse also direkt bei mir auf dem Teller landen musste. Und zwar ganz simpel- mit  Kotelett vom schwäbisch-hällischem Schwein, Bratkartoffeln und noch einem  üblichen Verdächtigen der Wintermonate: der Steckrübe! Der Pfiff liegt hier in der leicht süß-sauren Steckrübe, die einen herrlich frischen Kontrast zum Kohl liefert. Dazu kommt eine simple Reduktion, die man allein aufgrund der Zutaten einfach lieben muss: Bier und Butter! Aber nicht irgendein Bier. Das helle Hefeweizen von Tucher bringt spritzige Frische und leckere Hefearomen mit. Genau das, was die kleinen flower-sprouts brauchen!

Eure EINKAUFSLISTE FÜR 4 PERSONEN

 4x180g Kotelett

 

1 Beutel Kohlröschen

1 Steckrübe

1 Küchenzwiebel

1 Bund Frühlingslauch

1 Knoblauchzehe

800g festkochende Kartoffeln

 

150g Butter

Muskatnuss, Paprikapulver

1EL Senfsaat, Himbeeressig

frischer Thymian

 

200ml Gemüsebrühe

 

1 Fl. Tucher helles Hefeweizen

 


Das Vorspiel

Als erstes, legt die Koteletts aus dem Kühlschrank. So nehmen sie schonmal Zimmertemperatur an und wir können sie später perfekt und schön saftig garen. Das ist übrigens ein universeller Tipp, für jede Art von Steak!

 

Die Kartoffeln könnt ihr euch frühzeitig vorbereiten. Einfach gut abwaschen und mit Schale in kräftig gesalzenem Wasser garen. Wenn ihr sie danach für 5 Minuten direkt in kaltes Wasser legt, stoppt ihr den Garprozess und die Kartoffeln lassen sich leichter Pellen. Sobald sie ausgekühlt sind, einfach in dünne Scheiben schneiden und erstmal beiseite stellen. 

 

Jetzt ein paar Schnippel-Arbeiten:

  • Die Steckrübe würfeln:

Am sichersten geht das, indem ihr die Rübe auf die Schnittfläche legt und dann oben mit dem Messer Stück für Stück die Schale entfernt. So könnt ihr sie auch leicht in ca. 1x1cm große Würfel schneiden.

 

Übrigens:

Die Steckrübe war in Zeiten des Nahrungsmangels eine Art Grundnahrungsmittel für die Bevölkerung. Sie wurde in vielen Variationen zu allen Mahlzeiten zubereitet und ihr wurden ganze Kochbücher gewidmet. Die meist gelbfleischige Wurzelknolle enthält reichlich Provitamin A, B-Vitamine und  Mineralstoffe. Geerntet wird sie von September bis April. Nun feiert sie ein Comeback und wurde zum "Gemüse des Jahres" 2017!

 

  • Ran an die Kleinigkeiten:

Die Zwiebeln schälen, halbieren und in feine Ringe schneiden. Den Frühlingslauch grundlich waschen und ebenfalls in feine Ringe schneiden. Die Knoblauchzehe in sehr feine Würfel schneiden. Die Kohlröschen einfach in kaltem Wasser säubern und gut auf einem Sieb abtropfen lassen.

Der Hauptakt

Schluss mit dem Vorspiel, jetzt geht's an die Wäsche! Ihr braucht 2 Pfannen und 2 Töpfe. Heizt euch den Backofen auf 130°C vor. Stellt eine große Pfanne auf und macht ihr richtig feuer unterm  Hintern. Beide Töpfe und die andere Pfanne bei mittlerer Hitze aufstellen.

 

  • Die Steckrübe

2 EL Butter in  einen Topf geben und schmelzen lassen. Die Steckrübenwürfel hinzugeben und gut durchschwenken. Jetzt mit einem Schuss Brühe ablöschen und den Sud mit Balsamico-Essig, Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. 1 EL Senfkörner dazugeben. Die Rüben brauchen jetzt zugedeckt ca. 6-8 Minuten bis sie gar sind. Einfach zwischendurch mal probieren. Durch die Garmethode des Glasierens behalten wir den Geschmack und die Inhaltsstoffe in und an unserem Gemüse- besser geht's nicht!

 

  • Die Koteletts

kräftig salzen und mit wenig Rapsöl maximal 1 Minute scharf von beiden Seiten, in der heißen Pfanne anbraten. Nehmt euch dafür Zeit und bratet immer max. 2 Koteletts gemeinsam an. So kann die Pfanne die Hitze halten, richtig kräftig anbraten und der Saft bleibt wo er hingehört- im Fleisch! Würzt das Fleisch mit Pfeffer und dann, mit Butterflocken und Thymian belegt, für ca.10 Minuten ab in den Ofen. 

 

  • Bier-Butter-Pan-Sauce:

Die Pfanne, in der das Fleisch gebraten wurde, nutzen wir weiter. Da sind jetzt nämlich richtig schöne Röstaromen drin- und die lassen wir bestimmt nicht irgendwo in der Spülmaschine verschwinden. Stellt sie auf mittlere Hitze, gebt 4 EL Butter und 1 EL Zucker dazu und löscht das ganze mit 200ml Bier und 100ml Brühe ab. Das kann jetzt langsam köcheln, bis es ein wenig dickflüssig wird. Kurz vor dem Servieren nochmal 1 EL kalte Butter hinzugeben, abschmecken und ohne weitere Hitze, durch Schwenken der Pfanne, eine Emulsion erzeugen. So erhalten wir einen herrlichen Bier-Butter-Sud, der zwar unscheinbar aussieht, aber unglaublich lecker ist!

 

  • Die Bratkartoffeln

In der 2. Pfanne  in Rapsöl kräftig von einer Seite anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen und durchschwenken. Dann die Zwiebeln und den Knoblauch dazugeben und weiter braten, bis sie rundherum schön goldgelb sind. Mit ein wenig Paprika und Muskatnuss würzen. Die würden vorher verbrennen, also dürfen sie erst jetzt mitspielen. Ich kenne viele Kollegen die behaupten, einen richtig guten Koch erkennt man daran, wie er Bratkartoffeln zubereitet- und die haben Recht. Richtig geile Bratkartoffeln sind absolute Königsklasse! Am Schluss gebt ihr 1 EL Butter und den geschnittenen Frühlingslauch hinzu.

 

  • Die Kohlröschen

Im 2. Topf  2EL Butter schmelzen und die Kohlröschen dazugeben. Durch die feinen, grünlich-violetten Blätter und den zarten Strunk, eignet sich diese Kohl-Liaison perfekt zum Glasieren. Würzt sie mit Salz, Pfeffer, wenig Muskat und 1 EL Zucker. Bringt Schwung in die Sache: Löscht die Röschen mit ca. 100ml vom Weizenbier und einem kleinen Schuss Brühe ab und schwenkt sie ordentlich durch. Dann für 2 Minuten abdecken. Der Saft, der sich dabei gebildet hat, soll jetzt solange reduzieren, bis er dickflüssig und schön glänzend unsere Röschen wunderbar benetzt. Dabei immer mal wieder durchschwenken. Am Schluss noch ein kleines Stück Butter dazu und nochmals abschmecken. Zu lange einreduziert? Kein Problem- einfach etwas Brühe hinzugeben und nochmals gut durchschwenken.

 

Und wer jetzt richtig aufgepasst hat merkt, dass noch Bier in der Flasche ist:-) Prost und Guten Appetit!

 

 

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